Blog der Präsidentin

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13.04.2020

Hilfe in Corona-Zeiten

Liebe Clubschwestern!

Nach dem ersten Schock sind wir in der „neuen“ Zeit angekommen. Mehr oder weniger adaptieren wir uns und akzeptieren, was zu akzeptieren ist. Wir können Schuldige suchen, uns als Opfer fühlen oder Kritik an den Maßnahmen üben, fest steht, das kleine unsichtbare Virus zwingt uns zur Lebensänderung. Als in der ersten März-Woche die ersten Corona-Fälle in Österreich bekannt wurden und ich bei einer Versammlung am 5.3. gebeten wurde, niemandem die Hand zu geben, hat sich das für mich als leicht übertriebene Vorsichtsmaßnahme dargestellt. 4 Tage später haben mich Clubschwestern angerufen und gemeint, wir sollten den Clubabend am 11. März absagen. Wirklich? Sollen wir das wirklich machen? Schaut das nicht überängstlich aus? Ich war mir unsicher, aber nach einer schnellen Umfrage im Vorstand haben wir uns für die Absage entschieden. Wie sinnvoll das war, wissen wir heute. Das Wichtigste wissen wir aber leider noch nicht: wie lange wir in der Ausnahmesituation verharren werden. Aber jetzt zum Erfreulichen: bei unserem Clubabend im April, den wir als Online-Meeting veranstalteten, haben wir zwei wichtige Beschlüsse gefasst: 1) wir beteiligen uns an der österreichweiten Aktion der Union und übergeben Tablets an Pflegeheime. Das sind zwei Heime, zu denen die Clubschwestern Claudia und Elfi einen persönlichen Kontakt haben, und 2) wir unterstützen die Interventionsstelle Wien mit einem Betrag von 2.000,--. Diese Organisation hilft Opfern von häuslicher Gewalt. Dass die beiden Abstimmungen so schnell möglich waren, hat mich sehr gefreut. Da spürt man den Zusammenhalt bei wichtigen Anliegen. Gefreut hat mich auch die Anregung von Maria, am Schluss des Meetings eine Blitzlicht-Umfrage unter allen Clubschwestern zu machen. Wie geht es euch daheim, habt ihr etwas Neues entdeckt? Sehr persönlich und teilweise berührend war das. Am Schluss etwa meinte eine Clubschwester sinngemäß, wie schön, dass ich euch heute treffen kann, ihr seid mir abgegangen, außerdem bin ich froh in Österreich zu leben. Wer jetzt neugierig wurde auf unser Treffen, bitte den 13. Mai vormerken, da sehen wir uns wieder!



 

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01.03.2020

Benefizveranstaltung ein voller Erfolg!

Liebe Clubschwestern!

 

Das Jahr 2020 hat für unseren Club gut begonnen! 

 

Die lange vorbereitete Benefizveranstaltung ist am 18. Februar erfolgreich über die Bühne gegangen. Unsere Clubschwester Annegret Huber hat ein Konzert plus Lesung konzipiert, in dem sie Clara Wieck_Schumann als Netzwerkerin und im Lichte der soroptimistischen Ideale „advocacy, awareness und action“ dargestellt hat. Es war ein Abend der kreativen Frauen! Junge Sängerinnen, Studentinnen der Musik-Uni sowie Schauspielerin Dinah Pannos präsentierten das Leben und Werk der berühmtesten Pianistin des 19. Jahrhunderts. Erwähnt seien natürlich auch der Klavierspieler sowie zwei „stumme“ männliche Rollen. 

Ich freue mich, dass die Aufführung so gut angekommen ist und dass wir beschlossen haben, sie anderen Clubs anzubieten. Es ist eine optimale Gelegenheit, die soroptimistischen Ideen künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Wunderbare Lieder, Gedichte und Gedanken machen den Abend zu einem speziellen Erlebnis. Die Einnahmen werden wir dem Club Kisumu in Kenya zur Verfügung stellen. Wir hatten ja im Vorjahr die Clubschwestern persönlich kennen gelernt und möchten mit unserer Hilfe daran mitwirken, dass für Mädchen in ihrem Umfeld Schulgeld bezahlt und Berufsausbildungen ermöglicht werden können. 

 

Was uns in den nächsten Monaten im Club beschäftigen wird, ist das Thema „Nachhaltigkeit“. Unsere Gründungspräsidentin Uschi Scheithauer hat gemeinsam mit Ursula Platzer-Schneider ein Konzept präsentiert, das zum Mitdenken und Mitarbeiten anregt, wie jede einzelne von uns für Klimaschutz eintreten kann. In Vorträgen und gemeinsamen Aktionen möchten wir uns mit diesem wichtigen Thema auseinander setzen.

 

Zuletzt noch ein persönlicher Filmtipp: „Die Dohnal“, das Porträt von Österreichs erster Frauenministerin ist absolut sehenswert. Informativ und zugleich witzig. Es hat mich auf verschiedenste Weise berührt und begeistert und ich fand es toll, dass am Ende des Films minutenlang applaudiert wurde. Ein Beifall, der – wenn man so will – auch unseren Zielen galt: Advocacy, Awareness und Action.

 

Herzliche Grüße

Inge


 

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05.09.2019

Mit viel Energie ins neue Clubjahr

Liebe Clubschwestern!

In Kürze geht’s los mit dem neuen Clubjahr, und ich möchte daher diesmal nach vorne, aber auch auf ein paar zurückliegende Ereignisse blicken.

International waren wir heuer unterwegs, würde ich meinen. Unsere neuen Clubschwestern Svenja und Marika sind in anderen Ländern aufgewachsen, bevor sie in Österreich „gelandet“ sind. 

 

Im Mai hatten wir Besuch von Clubschwestern aus Kenia. Diese Begegnung war erfrischend und bereichernd zugleich. Die Frauen aus Afrika waren von der ersten Minute des Kennenlernens an lustig, interessiert und engagiert. Wir haben ihnen ein paar Sehenswürdigkeiten aus Wien gezeigt, und sie gaben uns einen kleinen Einblick in ihr Clubleben. Sie erzählten uns von ihren Projekten, z.B. Mädchen den Schulbesuch zu erleichtern, Frauen Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen oder in der Aids-Prävention tätig zu sein. 

 

Im Juli war unsere Clubschwester Maria bei der Convention in Kuala Lumpur in Malaysia und ist schwer beeindruckt zurück gekehrt. Wenn sich Soroptimistinnen aus 125 Nationen treffen und alle das Ziel haben, die Welt friedlicher zu machen und Frauenrechte zu stärken, dann stelle ich mir das nahezu magisch vor. Die Eröffnung hat Her Majesty, die Königin von Malaysia vorgenommen, Workshops und Vorträge über Initiativen gegen Menschenhandel, Klimaschutz und Wassermangel standen am Programm. Übrigens – die nächste Convention ist 2023 in Europa, in Dublin. Und noch ein „Save the date“: die 100-Jahr Feier von Soroptimist International findet vom 1. – 3. Oktober 2021 in San Francisco statt. Das wäre doch schön, wenn ein paar Clubschwestern gemeinsam dorthin reisen würden oder … wir sogar eine „Clubreise“ in die USA machen könnten?

 

Apropos, für die heurige Reise bleiben wir in der Nähe und besuchen Ende September die Landesgartenschau im Stift Schlägl in Oberösterreich. Wir werden uns auch das Stift anschauen und gemeinsam mit Clubschwestern aus Rohrbach ein Abendessen im Stiftskeller genießen.

 

Der Herbst wird wieder orange! Die Kampagne „Orange the world – Stoppt Gewalt gegen Frauen“ wird auch heuer wieder gemeinsam mit UN Women stattfinden, die Schauspielerin Ursula Strauss ist erneut Schirmherrin, und auch wir werden heuer erstmals mitmachen. Ab 14.11. abends wird das Rathaus von Korneuburg in orangem Licht erstrahlen. Die Botschaften, die übermittelt werden, sind: „Stoppt Gewalt an Frauen“ – „Gewalt ist die Waffe der Schwachen“ – „Gewalt hat viele Gesichter“. In ganz Österreich werden viele öffentliche Gebäude mit orangem Licht bestrahlt, und ich hoffe, dass diese Aktion viel Aufmerksamkeit, auch in den Medien, bekommt.

Nun wünsche ich euch einen guten Start ins neue Club- und Arbeitsjahr und freue mich auf die nächsten Clubabende.

Alles Gute,

Inge


 

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04.01.2019

Start ins Neue Jahr 2019

Projekt „Mütterschulen“

Liebe Clubschwestern!

Ich hoffe, Ihr hattet einen guten Start ins Neue Jahr 2019. Unseren Club gibt es nun schon seit 13 Jahren und ich bin sehr froh und dankbar, dass wir gemeinsam schon so viel erlebt und bewirkt haben. Wir haben neue Freundschaften geschlossen, wir feiern und lachen gemeinsam, tauschen unsere Erfahrungen aus und freuen uns, wenn Clubschwestern Mütter oder Großmütter werden. 
„Mütterschulen“ zu unterstützen, das ist unser heuriges Projekt. Auf den ersten Blick mag dieser Begriff seltsam klingen: „Mütterschulen“, welche Mütter lernen welche Inhalte? Auf den zweiten Blick wird die Dimension dieser Mütterschulen von „women without borders“ klar. Mütter lernen Methoden der Erziehung, hören etwas über Entwicklungsstufen, üben, wie sie mit ihren pubertierenden Kindern am besten kommunizieren und sie erfahren, welche Anzeichen es sind, dass ihre Söhne und Töchter sich von der Familie abwenden. 
Die Initiatorin der „Mütterschulen“, die Soziologin Dr. Edit Schlaffer sagte in einem Interview auf Ö1 im Dezember 2018: Terroristen fallen nicht vom Himmel. Radikalisierung der Gedanken passiert nicht von heute auf morgen und sie erzählte von betroffenen Müttern, die nicht verstehen konnten, dass aus ihren „lieben Buben“, die kurze Zeit davor noch mit ihren Spielsachen gespielt hätten, Extremisten wurden. „Mütterschulen“ sind in 12 Ländern aktiv und schaffen eine Plattform, um auf Familien zu schauen;  auf Mütter, Väter, Kinder. Die Religion spielt dabei eine untergeordnete Rolle,  es geht um die Stärkung der Familienzugehörigkeit. Weil, so Frau Dr. Schlaffer, der Anfang ist immer das Persönliche, das Persönliche ist Politisch. Wo bin ich, wer bin ich, wo platziere ich mich in diesem Kosmos, in dem ich lebe?
Ich freue mich, dass Ihr alle die Idee mitgetragen habt, dass wir den Großteil der Einnahmen unserer Matinee am 24.2. den „Mütterschulen“ zukommen lassen werden. Apropos: bitte macht Werbung für das Kabarett, kommt mit eurer Familie, den Freundinnen und Freunden. 
Eine kleine persönliche Episode noch am Schluss: Kürzlich habe ich mich mit einer Freundin im Café Diglas getroffen und als ich einen freien Tisch gesucht habe, ist einer jener Kellner zu mir gekommen, die wir von unseren Clubabenden kennen und hat gemeint: „ Sie sind doch von den Optimisten oder?“ „Ja, habe ich gesagt, fast, ich bin Soroptimistin und auch Optimistin“. Was lernen wir daraus? Unsere Bekanntheit steigt!
In diesem Sinne, optimistische und soroptimistische Grüße und ein gutes Neues Jahr!
Inge


 

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01.10.2018

Start ins Clubjahr 2018/2019

Liebe Clubschwestern, 
als neue Präsidentin möchte ich euch im Clubjahr 2018/2019 recht herzlich begrüßen.
Obwohl ich schon seit der Clubgründung 2006 Mitglied bin, finde ich es spannend und aufregend, nun für 2 Jahre die Club-Führung zu übernehmen. Dass ich mit dem Vorstandsteam gemeinsam neue Projekte überlegen und grundsätzliche Anliegen besprechen darf und Entscheidungen treffen soll.
Vor wenigen Tagen habe ich in der U-3 eine junge Afrikanerin gesehen. Sie ist in Sichtweite von mir gesessen und mir ist zunächst nur ihre originelle Kleidung aufgefallen. Ein bunter, glänzender Umhang, eine Art Cape, das sie aber nicht nur um ihre Schultern gewickelt sondern auch ihren Kopf damit bedeckt hatte. Das sah ziemlich ungewohnt aus.  Plötzlich habe ich gesehen, dass auf ihrem Schoß ein Neugeborenes liegt, das sie mit dem Stück Stoff zugedeckt hat.  Immer wieder hat die junge Frau den Stoff zur Seite geschoben und ihr Kind angeblickt. Mich hat diese Szene sehr berührt. Ich dachte mir: „was wird diese junge Frau schon alles erlebt haben, wo ist der Vater ihres Kindes, warum und wie lebt sie in Österreich?“ Wenig später musste ich aussteigen und es war mir wichtig, ihr wenigstens das zu schenken, das wir allen Menschen immer und überall schenken können – ein Lächeln. Sie hat es erwidert und auch das hat mich wieder berührt.
Was mich als Soroptimistin besonders freut ist, dass wir Frauen helfen, sie unterstützen und auf vielfältige Art und Weise mitwirken, dass diese ihre Zukunft selbstbestimmt, angstfrei und mit viel Zuwendung leben können. Ich hoffe, dieser junge Mutter wird dies auch ermöglicht. 
Dass das weiterhin gelingt, dafür möchte ich in den nächsten 2 Jahren mit voller Energie und eurer Unterstützung arbeiten. Ich freue mich darauf!
Herzliche soroptimistische Grüße
Inge


 

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